Der Verfallstag, oder was ist ein „Hexensabbat“?

Es geht um „Terminsachen“

Hinter diesen Abrechnungstagen stecken Termingeschäfte. Dabei sind Futures und Optionen zu nennen. Unter einem Future wird ein verbindlicher Liefervertrag für einen Index, einen Rohstoff oder Anleihen verstanden.

Der Future

Am heutigen Verfallstag (bezieht sich auf den 18.3.2016) geht es um den DAX-Future mit der Laufzeit März, der heute seinen letzten Handelstag hat und nach der Abrechnung verfällt. Der Kurs eines Futures bestimmt sich durch Angebot und Nachfrage. Der DAX-Future notiert in der Regel höher als der DAX-Index. Die Differenz ist umso größer, je weiter der Verfallstermin in der Zukunft liegt und je höher das aktuelle Zinsniveau ist. Zum Verfallstermin sind die Stände von DAX-Future und DAX-Index identisch.

Die Optionen

Dann gibt es noch die Optionen auf Indizes und Aktien. Dabei handelt es sich im Gegensatz zum Future um Derivate, die keinen verbindlichen Liefervertrag darstellen. Konkret:

Wer zum Verfallstag den Future als Käufer bis zur letzten Sekunde hält, muss den Barausgleich beim DAX akzeptieren. Er kann also nicht sagen: „Nein das will ich nicht!“. Bei Optionen hingegen, kann der Käufer diese einfach verfallen lassen. Das Käuferrisiko ist also auf den Kaufpreis der Option begrenzt. Beim Verkäufer einer Option, einem Stillhalter, ist jedoch das Risiko unbegrenzt.

Großer Verfallstag: Futures auf Indizes, Optionen auf Indizes und Optionen auf Aktien verfallen

Verfallstage sind monatlich. Dabei handelt es sich in der Regel um den dritten Freitag des Monat. An allen Verfallstagen werden Optionen auf Aktien und Indizes abgerechnet. Kommen allerdings alle drei Monate die Futures hinzu, spricht man vom „großen Verfallstag“.

Der Begriff „Hexensabbat“ kommt dadurch zustande, dass an und vor solchen Tagen seltsame Kursbewegungen zu bemerken sind. Die Notierungen erscheinen wie „verhext“. Denn große Investoren drücken den Markt in die Richtung, die einen möglichst günstigen Abrechnungspreis gewährleistet.

Als Investor immer die Nerven behalten!

Diese Bewegungen beginnen schon mehrere Handelstage vor dem Verfall. Deswegen sollten Sie sich keinesfalls in der Woche des großen Verfallstages aus dem Konzept bringen lassen.