Point&Figure-Charttechnik Kupfer und Aluminium: Kaufsignale widerlegen baldiges Double-Dip

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Ich bin kein Freund der Verwendung englischer Fachbegriffe, wenn es einen entsprechenden deutschen Begriff gibt, der das Gleiche aussagt. So schüttelt es mich immer wieder, wenn ich in Artikeln über Chartanalyse, die sich an deutschsprachige Leser wenden, Begriffe wie „Peak“ oder „Bottom-Fishing“ lesen „darf“. „Kursspitze“ oder „Abstauberkäufe“ hätten es ja auch getan. (Wenn Sie jedoch verwendet werden, dann sollten Sie zumindest auch übersetzt / erklärt werden!)

Es gibt allerdings auch Fachbegriffe aus dem Englischen, deren deutsche Übersetzung deutlich umständlicher oder gar schwierig ist. Der in den letzten Wochen in den breiten Medien häufig verwendete Begriff „Double-Dip“ gehört zu diesen Fachbegriffen. Im Zusammenhang mit der Wirtschaftsentwicklung ist damit ein „zweites Abrutschen“ in die Rezession, nach einer kurzzeitigen Erholung gemeint.

Solch ein Double-Dip wäre derzeit das schlimmste aller möglichen Zukunfts-Szenarien. Denn welche Mittel stünden den Zentralbanken dann noch zur Verfügung, um eine erneute Rezession zu verhindern bzw. ihr entgegenzuwirken? Denn: Eine Politik des „billigen Geldes“ mit historisch niedrigen Zinsen haben wir ja bereits.

Industriemetallpreise würden Double-Dip ankündigen

Als Anleger und Trader haben wir mit der Kursentwicklung der Industriemetalle zuverlässige Indikatoren zur Wirtschaftsentwicklung zur Verfügung. Eine drohende Rezession würde sich direkt in den Kursen der Industriemetalle niederschlagen.

Denn: Eine Rezession ist ja nichts anderes als eine Phase mit einer schrumpfenden Weltwirtschaft. In dieser werden weniger Rohstoffe benötigt, da die aus diesen Rohstoffen hergestellten Produkte weniger stark nachgefragt werden. Und eine nachlassende Nachfrage geht stets einher mit sinkenden Preisen. Somit zeigt sich die Gefahr einer kommenden Rezession sehr schnell auch in den Charts der Industriemetalle.

Point&Figure Kupfer: Kaufsignal intakt


Point&Figure: Kupfer in intaktem Kaufsignal

Im Kupfer-Chart, eines der klassischen Industriemetalle, zeigt sich noch keinerlei Schwäche. Der Kupferpreis befindet sich weiterhin in einem klaren Point&FigureKaufsignal mit dem nun gültigen Kursziel von 9.500 USD pro Tonne. Dieses Kursziel liegt sogar noch um 500 USD höher als der Kursbereich, der im Juli 2008 vor der Spitze der Finanzkrise erreicht wurde. Ein Verkaufssignal und damit ein erster Hinweis auf eine schwächer werdende Nachfrage aufgrund eines Double-Dips, also eines erneuten Abrutschens in eine Rezession, entstünde erst unter 7.000 USD pro Tonne.

Aus dem Point&Figure-Chart des Kupferpreises lässt sich ein bald drohender Double-Dip der Weltwirtschaft jedenfalls aktuell nicht herleiten.

Point&Figure Aluminium: Auch hier ein intaktes Kaufsignal


Point&Figure: Aluminium mit großem Kurspotenzial



Ein Blick auf den Point&Figure-Chart des Aluminiums zeigt uns ebenfalls einen intakten, aufwärts gerichteten Kursverlauf. Aluminium befindet sich wie Kupfer in einem intakten Point&Figure-Kaufsignal. Das Kursziel dieses Kaufsignals lautet 2.740 USD pro Tonne. Ein erstes Warnzeichen wäre erst ein Abrutschen des Kurses unter 1.980 USD.

Damit gibt uns die Charttechnik des Aluminiumpreises ebenfalls kein Anzeichen für einen Double-Dip.

Kupfer und Aluminium geben also noch keine Warnzeichen

Sicherlich gibt es viele Argumente außerhalb der Charttechnik für einen Double Dip, also eine erneute Rezession. Genauso sicher gibt es indes mindestens genauso viele Argumente dagegen.

Bevor wir uns in aktuell noch ungewisse Zukunftsszenarien verstricken, bleibe ich bei den mir aktuell vorliegenden Fakten. Und diese zeigen nicht nur beim Kupfer und beim Aluminium, die ich heute exemplarisch herausgestellt habe, eine weiter konstant steigende Nachfrage nach Rohstoffen. Und eine steigende Nachfrage mit steigenden Rohstoffpreisen deutet garantiert nicht auf eine baldige Rezession hin.

Damit ist der Double-Dip der Weltwirtschaft zumindest momentan noch keine Bedrohung. Und sollte er dann doch irgendwann vor der Tür stehen, bietet uns die Charttechnik die Möglichkeit, ihn schnell zu erkennen und entsprechend zu reagieren. In der Zwischenzeit nutze ich für die Leser des P&F-Traders lieber die Chancen, die uns die aktuelle Börsensituation bietet.

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