Sollte man…sollte man nicht…..es könnte doch….

nun zu einem Crash / einer plötzlichen Hausse / einem Krieg in der Ukraine / keinem Krieg kommen.

Hui, das war mal wieder ein Einstieg in meine schon zur Tradition gewordenen Freitagskolumne. Aber ganz langsam und der Reihe nach:

Lieber Leser, liebe Leserin,

Sie lasen nur eine kleine Auswahl der Kernaussagen der Mails, die mich im Laufe dieser Woche erreichten. Die Nervosität bei den Investoren scheint langsam aber stetig anzusteigen. Verständlich ist es ja:

Schließlich ziehen die Ereignisse in der Ukraine die Welt weiter in ihren Bann. Die Massenmedien tun ihr Übriges dazu. Dankbar wird jede Nachricht, sei sie auch noch so unbestätigt, aufgegriffen und den Zuschauern und Lesern “um die Ohren gehauen”. Betrachte ich so manches Posting in sozialen Netzwerken erhalte ich ein für mich erschütterndes Bild über die angespannte Verfassung vieler Bundesbürger.

Da werden Bilde von Dresden nach der Zerstörung der Stadt in zweiten Weltkrieg unter dem Titel : “Die Geschichte wiederholt sich” gepostet. Ob und in wie weit diese Sorgen gerechtfertigt sind, das kann ich und möchte es auch nicht beurteilen.

Schließlich geht es hier um das Agieren an der Börse. Und wenn emotionale Befindlichkeiten – so gerechtfertigt sie auch beim Einen oder Anderen erscheinen mögen – in diesem Bereich die entscheidende Rolle spielen, dann wird es gefährlich.

Ich gehe davon aus, dass jeder, der an der Börse agiert, ein festes Regelwerk für den Ein- und Ausstieg verinnerlicht hat.

Damit dürfte das Wort “sollte” oder “könnte” keine Rolle spielen. Entweder gibt das Regelwerk eine Positionierung her, oder eben nicht. Und das kann ja bei chattechnisch agierenden Investoren nur an Chartmarken festgemacht werden. Werden diese nicht erreicht, gibt es eben keinen Grund, an bestehenden Positionen “herumzuschrauben” oder diese gar aus emotional begründeten Anwandlungen gegen die selbst erstellten Regeln zu verkaufen.

Interessanterweise wächst dieser Drang besonders, wenn eben so gut wie nichts am Markt passiert. Dann wird die “freie Zeit” vom menschlichen Gehirn offensichtlich gerne “genutzt”, um alle möglichen kommenden Szenarien durchzugehen und sich dann für eines zu entscheiden, das der aktuellen Stimmungslage entspricht. Daraus dann eine Handlung im Depot folgen zu lassen, ist in der Folge nur ein kleiner, aber dennoch in der Regel wenig zielführender Schritt.

Was also tun, wenn die Emotionen überkochen?

Eigentlich ist das sehr schnell beantwortet:

Bleiben Sie Ihren Regeln treu. Und wenn es nach diesem Regelwerk keinen Grund für eine Aktion gibt, dann tun Sie eben ….nichts.

Werden Sie erst dann aktiv – aber das dann schnell und konsequent – sobald Ihre Regeln greifen.

Ach ja: Dabei hilft es schon, sich einfach einmal bisweilen der ständigen Nachrichtenflut aus dem jeweils aktuell “hochgekochten” Krisengebiet auf dieser Welt zu entziehen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein entspanntes Wochenende!

Ihr Jörg Mahnert

P.S.: Nur noch wenige Tage bis zur www.tradingexpo.de! Ich freue mich schon sehr auf gemeinsame Gespräche vor Ort!