So nutzen Sie die wichtigsten Orderarten (Teil 2)
02.06.09 (Aktuelle Kommentare)
Liebe Leser,
nachdem wir im ersten Teil die Market-Order und die Limit-Order vorgestellt haben, möchten wir Ihnen mit unserem heutigen Trading-Tipp eine weitere wichtige Orderart erläutern:
Die Stopp-Order: Fallschirm und charttechnischer Einstieg
Die Stopp-Loss-Order: Der Fallschirm, wenn es gegen Sie läuft
Viele von Ihnen haben sicherlich schon mit der Stopp-Loss-Order gearbeitet. Mit dieser Order beschränken Sie Rücksetzer in einer Aktienposition, falls diese sich nicht wie erwartet entwickelt. Sie können die Stopp-Loss-Order direkt nach dem Kauf einer Aktie an die Börse legen. Ein einfaches Beispiel hilft, die Wirkungsweise dieser Order zu verstehen.
Nehmen wir an, wir hätten gerade die Aktie von ThyssenKrupp zu 19,00 Euro gekauft. Da wir in dieser Position nicht mehr als rund 10% des eingesetzten Kapitals riskieren möchten, legen wir direkt nach dem Kauf eine Stopp-Loss-Order von 17,10 Euro (19,00 Euro – 10%) an die Börse. Sobald die ThyssenKrupp-Aktie den Kurs von 17,10 Euro erreicht oder unterschreitet, wird diese dann zum nächsten festgestellten Kurs verkauft.
Ein wichtiger Hinweis: Das Setzen der Stopp-Loss-Order bei 17,10 Euro garantiert keineswegs, dass die Aktie auch zu diesem Kurs verkauft wird. Sollte der nächste festgestellte Kurs zum Beispiel bei 15,00 Euro liegen, wird die Aktie auch zu diesem Kurs verkauft. Sie sollten eine Stopp-Loss-Order also nur bei stark gehandelten Werten verwenden. Bei kleineren Nebenwerten kann die Ausführung einer Stopp-Loss-Order für Sie sehr ungünstig sein.
Die Stopp-Buy-Order: Kaufen, wenn der Widerstand gebrochen ist
Jeder von uns kennt das: Eine Aktie ‘weigert’ sich über Wochen und Monate, einen bestimmten Kurs zu überschreiten. Es bildet sich an dieser Kursmarke ein Widerstand. Gelingt es ihr dann endlich, ’schießt’ sie nicht selten über diese Kursmarke hinaus und steigt um weitere 10%, 20% oder mehr. Oft verpasst man dort den Einstieg, weil solche Bewegungen in der Regel sehr schnell verlaufen. Der Grund liegt darin, dass die Bären, also Anleger, die auf fallende Kurse gesetzt haben, an diesem Widerstand short gegangen sind (die Aktie also leerverkauft haben), da sie einen erneuten Kursrückgang erwarteten. Geschieht dies nicht, sind sie gezwungen, die leerverkauften Aktien auch teurer zurückzukaufen und treiben so die Kurse nach oben.
Damit wir als Anleger von diesem Machanismus entspannt profitieren können, ohne sekündlich den Aktienkurs beobachten zu müssen, bietet sich in diesem Fall die Stopp-Buy-Order an. Wenn wir sehen, dass eine Aktie seit geraumer Zeit nicht über einen Kurs von 20,00 Euro steigt, lohnt es sich auf jeden Fall bei dieser Aktie eine Stopp-Buy-Order über 20,00 Euro zu setzen. Kalkulieren Sie immer einen gewissen Sicherheitsabstand ein. So wäre in diesem Fall eine Stopp-Buy-Order bei 20,80 Euro sinnvoll. Erreicht die Aktie nun 20,80 Euro, wird die Stopp-Buy-Order zum nächsten festgestellten Kurs ausgeführt.
Ein wichtiger Hinweis: Das Setzen einer Stopp-Buy-Order bei 20,80 Euro garantiert nicht, dass Sie die Aktie für 20,80 Euro erhalten. Wie gesagt, die Aktie wird zum nächsten festgestellten Kurs gehandelt werden und dieser kann deutlich über 20,80 Euro liegen.
Trotz der Einschränkung, dass uns keine der vorgestellten Stopp-Orders einen Ausführungskurs garantiert, ist diese Orderart auf jeden Fall eine wichtige Erleichterung für unser tägliches Handeln an den Börsen.
Viel Erfolg an den Börsen,
Ihr
Jörg Mahnert






