Heiko Aschoff: Insiderkäufe als Kurstreiber
29.05.09 (Gastkommentare)
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Es klingt plausibel: Wenn Insider in erheblichem Umfang Aktien der eigenen Firma erwerben, kann das ein wichtiger Hinweis auf eine Neubewertung sein. Was in der Theorie einfach klingt, scheint in der Praxis nicht so leicht zu sein. Zumindest scheinen das die enttäuschenden Ergebnisse der Fonds nahe zu legen, die eben solche Insidertransaktionen für die Kunden profitabel nutzen wollen. Jeder der sich lange genug mit dem Phänomen beschäftigt, stellt irgendwann fest: Insiderkäufe führen nicht automatisch zu Kursgewinnen.
Nicht jeder Insider hat ein glückliches Händchen bei der Aktienauswahl. Selbst wenn ein Vorstand Kenntnis von einem „Riesenauftrag“ für sein Unternehmen hat, bedeutet das noch lange nicht, dass die Aktie steigen muss. Insofern sollte man sich vorher genau anschauen, wie erfolgreich der Insider in der Vergangenheit mit seinen Käufen war. Das wird schnell ein Fulltime-Job für eine ganze Abteilung, wenn man die unzähligen Hinweise und Meldungen analysiert.
Ich achte zusätzlich darauf, ob der Markt die Insiderkäufe bestätigt. Das kann sehr schnell gehen oder sich über viele Monate hinziehen, wo der Kurs vor sich hindümpelt. Besonders hellhörig werde ich, wenn die Aktien nach einer längeren Durststrecke oder Konsolidierung ohne erkennbaren Grund nach oben tendieren. Bestätigt die Kursentwicklung die Insiderkäufe? Seien Sie vorsichtig, wenn das nicht der Fall ist!
Seit Anfang des Jahres stelle ich auch für Privatanleger jeden Monat zwei Aktien aus Deutschland vor, wo ich vermehrt Insiderkäufe und das oben beschriebene Verhalten beobachten konnte. Von den bisher insgesamt zehn vorgestellten Aktien notieren acht seitdem im Gewinn, während zwei sich im Minus befinden.
Es ist auffällig, das trotz des Gesamtmarkteinbruchs in den März hinein, die acht Gewinnpositionen teilweise sehr stark gestiegen sind, während die zwei Minuspositionen nur geringfügig unter dem Kurs seit der Besprechung notieren. Um zwei Beispiele zu nennen: C.A.T. oil dümpelte seit der Vorstellung Anfang Januar lange Zeit vor sich hin. Erst im April ging die Aktie in einen starken Aufwärtstrend über und notiert seit Jahresanfang rund 80% im Plus – trotz des heute vorgestellten, enttäuschenden Berichts über das I. Quartal.

Die im März vorgestellte Integralis startete dagegen schon nach kurzer Zeit durch (die rechte Skala gibt die prozentuale Kurssteigerung an):

Fazit: Natürlich ist der Stichprobenumfang viel zu gering, um von statistischer Signifikanz zu sprechen, aber die Ergebnisse sind ermutigend. Ein differenzierter Blick auf die Insiderkäufe kann sich lohnen, wenn der Markt die Einschätzung bestätigt, bevor sehr viele Marktteilnehmer auf den Zug aufspringen.
PS: Vielleicht können wir uns einmal persönlich kennenlernen? Ich würde mich sehr darüber freuen, Sie auf meinen nächsten Seminaren begrüßen zu dürfen!
Aktuelle Seminarinfos unter Trading Setups I – Das Basisseminar und Trading Setups II – Das Aufbauseminar.
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Ihr Heiko Aschoff
Diplom-Kaufmann
www.institutionell.INFO
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