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Über Bullen, Bären Leerverkäufer

24.05.09 (Aktuelle Kommentare)

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Jörg Mahnert

Jörg Mahnert

Liebe Leser,

in unserem Beitrag ‘ Bärenfalle, Knut und Charttechnik‘ haben wir uns mit der Bärenfalle beschäftigt.  Wir geben zu, dass uns als Tierfreunde die Begriffe Bulle und Bär auch an der Börse immer noch faszinieren.

Um diese Begriffe Bulle und Bär haben sich noch weitere Bezeichnungen ‘angesammelt’, die leider oft durcheinander geworfen werden. Lösen wir doch einfach mal diesen Begriffshaufen auf. Anfänglich erscheint alles sehr einfach:

Beim Bullen handelt es sich im Börsenjargon um einen Anleger, der auf steigende Kurse setzt.

Er steht in der Regel auf der Käuferseite bei Aktien, Futures, Rohstoffen und so weiter. Er zieht seinen Gewinn dann aus dem Markt, wenn er ein Investment teurer verkaufen kann, als er es selber erworben hat.

Beim Bären handelt es sich um einen Marktteilnehmer, der von fallenden Kursen profitieren will.

Ein Bär tritt oft als Leerverkäufer auf, der unter anderem Aktien verkauft, die er zum Zeitpunkt des Verkaufs nicht im Bestand hat. Er erwirtschaftet einen Profit aus dem Geschäft, wenn er die Aktien billiger zurückkaufen kann, als er sie verkauft hat.

Einen Leerverkäufer nennt man auch einen Short-Seller (landläufig auch ‘Shortie’).

Ein Bär kann aber auch zu anderen Mitteln greifen, um auf fallende Kurse zu setzen. So kann er Puts in Form von Optionsscheinen, Bear-Zertifikaten oder Optionen kaufen. Diese Derivate (also Verträge, deren Wert sich nach der Entwicklung des Baiswertes richten) steigen im Wert, wenn der Preis des Basisobjekts, also zum Beispiel eine Aktie, fällt.

Nicht jeder Bär ist also ein direkter Leerverkäufer oder Short-Seller.

Ist denn nun jeder Leerverkäufer ein Bär?

Die klare Antwort lautet ‘NEIN’. An den Terminmärkten ist es unter anderem möglich, auch Puts zu verkaufen, die man zum Zeitpunkt des Verkaufs nicht besitzt. Auf den ersten Blick mag das verwirrend wirken, aber Sie hatten mit solchen Leerverkäufern bestimmt schon zu tun.

Jede Bank, die Ihnen einen Put verkauft, ist erst einmal ein Leerverkäufer oder Short-Seller dieses Puts. Und diese Bank profitiert dann von dem Verkauf des Puts, wenn der Basiswert, auf den sich dieser Put bezieht, steigt. Die Bank, also in diesem Fall der Leerverkäufer, tritt also hier als Bulle auf, der auf steigende Kurse des Basiswertes setzt.

Langer Rede, kurzer Sinn: Nicht jeder Leerverkäufer ist automatisch ein Bär. In vielen Fällen ist er ein glasklarer Bulle.

Wir hoffen, ein wenig Klarheit in diese Vermischung von Begriffen gebracht zu haben. Achten Sie einmal darauf, wie Bekannte oder Freunde, die Ihnen zu vermitteln versuchen, welche alten Börsenhasen sie sind, die Begriffe  Bulle, Bär, Leerverkäufer und Short-Seller verwenden.

Wetten, dass Sie bisweilen gelassen schmunzeln können?

Viel Erfolg an den Börsen,

Ihr
Jörg Mahnert

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